Ohne Raffael war für Hertha in Nürnberg nichts zu holen.
Nürnberg [ENA] Im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel von Markus Babbel zu Michael Skibbe plante der Trainer Punkte ein, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten. Der neue Trainer nahm auch einige Spielerwechsel zur Babbel- Startmannschaft vor, zum Teil auch gezwungenermaßen, weil Raffael nach seinem Platzverweis gegen Hoffenheim für die ersten drei Spiele der Rückrunde noch gesperrt ist.
Sein Bruder Ronny soll ihn ersetzen, der bei Skibbe einen hohen Stellenwert genießt. Für den verletzten Kapitän erhält Janker eine längst fällige Chance sich in der Startelf zu präsentieren. Trainer Skibbe schwebt ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und natürlich auch umgekehrt vor, ob die Mannschaft das in der Kürze der Vorbereitungszeit schon umsetzen kann, bleibt abzuwarten.
Die Hausherren begannen das Spiel mit einer gewissen Überlegenheit und kamen demzufolge auch zur ersten Torchance, jedoch hatte Berlins Torhüter Kraft keine große Mühe den Torschussversuch zu entschärfen. Die Berliner wurden dann besser und hatten ein kleines Übergewicht, beide Mannschaften hatten jedoch in der Vorwärtsbewegung zu viele Ballverluste zu verzeichnen, so dass es ein ziemlich zerfahrenes Spiel bis zur Halbzeit zu sehen gab. Eine Möglichkeit gab es auch für die Berliner Gäste zu bestaunen, als Niemeyer nach Pass von Ramos an Schäfer scheiterte.Was Raffael für die Berliner Wert ist, zeigte sich in diesem Spiel mit aller Deutlichkeit, mit seinem Bruder Ronny ist kein Vergleich möglich, denn Raffael hat mehr Qualität.
Ronny trat nur in Erscheinung, wenn er auf den linken Flügel ausweichen konnte und Ramos in die Zentrale wechselte. Nach einem von Hubnik abgefälschten Distanzschuss von Esswein gingen die Hausherren kurz vor der Pause in Führung, der Ball war für Kraft nicht zu verhindern und vom Spielverlauf auch nicht verdient. Die Gäste werden ihr Angriffsspiel in der zweiten Halbzeit noch forcieren müssen um zum Torerfolg zu kommen, wie schon unter den Vorgängern Funkel und Babbel, geht es derzeit unter Trainer Skibbe immer noch zu behäbig durch das Mittelfeld, aber daran wird ja in den Trainingseinheiten gezielt gearbeitet und braucht eben seine Zeit.
Berlins Übungsleiter hat aus der Leistung von Ronny in der ersten Halbzeit seine Konsequenzen gezogen und wechselte für Ronny den Ex-Hamburger Ben- Hatira zu Beginn der zweiten Halbzeit ein und es war eine nachvollziehbare Entscheidung. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich bei den Gästen nichts am Offensivspiel, nach wie vor konnte man den Gegner nicht unter Druck setzen, weil alles zu langsam ging und wenn Kraft nicht mit einer gedankenschnellen Fußabwehr gegen Pekhart einen erneuten Gegentrefer verhindert hätte, dann wäre das Spiel vermutlich nach einer Stunde bereits durch gewesen.
Nach einem Eckball der Berliner hatte Hubnik den Ausgleich auf dem Kopf, der Kopfball wurde aber von der Nürnberger Abwehr auf der Torlinie gerettet und auch Niemeyer konnte den abgewehrten Ball nicht im Tor unterbringen. Skibbe reagirte in der 76. Minute auf den Rückstand und lockerte das defensive Mittelfeld, für Niemeyer kam Djuricin in die Mannschaft. Je länger das Spiel andauerte, desto mehr sank das Niveau des Spiels bei beiden Mannschaften. Als die Berliner dann in der Schlussphase alles auf eine Karte setzten und Torun für Lell einwechselten, fiel die endgültige Entscheidung für die Franken. Nach einem Freistoß von Hlousek beförderte Maroh den Ball aus Nahdistanz über die Torlinie.
Somit war der Fehlstart von Michael Skibbe nicht mehr abzuwenden, die Leistung der Hauptstädter ließ aber auch kein besseres Resultat zu. Mit dem dritten Heimsieg der Saison überflügelten die Nürnberger die Hauptstädter in der Tabelle und belegen derzeit den elften Tabellenplatz, während die Berliner nun dreizehnter sind. Hertha hat nun lediglich noch vier Punkte vor dem Relegationsplatz 16, den Kaiserslautern belegt und noch ein Spiel im Rückstand sind.
1. FC Nürnberg gegen Hertha BSC 2:0 (1:0)
1. FC Nürnberg: Schäfer, Hegeler, Wollscheid, Maroh, Hlousek, Cohen (90.+2 Nilsson), Simons, Didavi (89. Frantz), Esswein, Eigler, Pekhart (82. Bunjaku). Trainer: Dieter Hecking Hertha BSC: Kraft, Lell (83. Torun), Hubnik, Janker, Kobiashvili, Ottl, Niemeyer (76. Djuricin), Ebert, Ronny (46- Ben-Hatira), Ramos, Lasogga. Trainer: Michael Skibbe Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen) Zuschauer: 40.000 im Easy-Credit-Stadion Tore: 1:0 (43.) Esswein, 2:0 (84.) Maroh Gelbe Karten: Pekhart (21.) - Niemeyer (63.), Ebert (72.)




















































