Freitag, 18.05.2012 14:45 Uhr

Hertha unverdient aus dem Pokal ausgeschieden.

Verfasser: Peter Müller Berlin, 09.02.2012, 18:43 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Müller Bericht 3151x gelesen

Berlin [ENA] Im winterlichen Olympiastadion zeigte der Berliner Abstiegskandidat offensichtlich sein Pokalgesicht. Die Gladbacher Gäste hatten mehr Mühe als erwartet ins Spiel zu finden und die Berliner hatten in der ersten Halbzeit vor 47.465 begeisterten Zuschauern mehr Spielanteile, lediglich der ersehnte Torerfolg blieb letztlich aus. Nicht Raffael, der nach seiner Sperre wieder zum Einsatz kam machte den Unterschied.

Die gesamte Mannschaft wirkte wie verwandelt und hatte offensichtlich erkannt, dass Laufbereitschaft und Kampf in einem Pokalspiel unersetzlich sind und im Abstiegskampf der Bundesliga einen noch höheren Stellenwert haben. Das sollte bis zum Sonnabend im Spiel beim VfB Stuttgart in den Hertha Köpfen verinnerlicht sein, schließlich soll ja das bstiegsgespenst aus Berlin noch rechtzeitig verscheucht werden.

Überlegener Abstiegskandidat

Die ersten Torchancen des Spiels boten sich den Gastgebern nach einer halben Stunde Spielzeit, sowohl Raffael als auch Lasogga trafen lediglich das Außennetz des Gladbacher Tores, anstatt ins Tor. Die in der Bundesliga so Offensivstarken Gladbacher brachten im ersten Durchgang keine Gefahr für das Tor der Gastgeber zustande und konnten somit mit dem 0:0 zur Pause mehr als zufrieden sein. Gladbachs Trainer Lucien Favre gab das auch unumwunden zu.

Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Berliner Angriffslustiger als die Gäste und konnten zufrieden sein durch Niemeyer nach Vorarbeit von Raffael nicht in Rückstand geraten zu sein, denn der Ex-Bremer scheiterte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze am Torpfosten. Der Lell Ersatz Morales zwang dann Torhüter ter Stegen zu einer Glanzparade und wieder wurde es nichts mit der so sehr ersehnten Berliner Führung. Als dann Trainer Favre de Camargo einwechselte wurde es für die Gastgeber plötzlich gefährlich vor dem eigenen Tor und Torwart Kraft konnte im letzten Moment vor dem zuvor eingewechselten Gladbacher gerade noch den Rückstand verhindern.

Falscher Pfiff brachte die Entscheidung.

In der Endphase der regulären Spielzeit hatten die Gäste ins Spiel gefunden und das Spiel war ausgeglichen und präsentierten beiden Teams Torschussmöglichkeiten, die aber ohne Erfolg blieben. Nach dem 0:0 in der regulären Spielzeit musste oder sollte die Verlängerung eine Entscheidung herbeiführen. Eine unrühmliche Schiedsrichterentscheidung sollte dann dieses Pokalspiel im Viertelfinale herbeiführen.

Nach einem vermeintlichen Foul von Hubnik an de Camargo entschied Schiedsrichter Dr. Felix Brych auf Elfmeter für die Gäste, Herthas tschechischer Innenverteidiger stürmte auf den Gladbacher Kontrahenten daraufhin zu, der seine Chance sah sich wie vom Blitz getroffen fallen zu lassen und der Schiedsrichter würdigte diese schauspielerische Glanztat mit dem Platzverweis für Berlins Abwehrspieler. Diese Entscheidung brachte nicht nur Hertha Trainer Michael Skibbe auf die Palme, der bei der Pressekonferenz diese Fehlentscheidung nicht fassen konnte. Als Herthas Ex-Trainer Favre befragt wurde, wie er die Situation gesehen habe, sagte der Schweizer, er habe die Situation nicht gesehen und könne sie auch nicht beurteilen.

Die Fangemeinschaft der Berliner reagierte heftig auf diese Entscheidung des Münchner Schiedsrichters, blieb aber diszipliniert. Der Treffer vom zuvor eingewechselten Oscar Wendt hatte nur noch statistischen Wert, denn das Spiel war bereits entschieden und der Schiedsrichter hatte einen gehörigen Anteil am Spielausgang. Die arg gebeutelten Hausherren haben es wahrlich nicht verdient, so aus dem Pokalwettbewerb auszuscheiden.

Hertha BSC gegen Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0) 0:2

Hertha: Kraft, Morales, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili (80. Ronny), Ottl (106. Ramos), Niemeyer, Lustenberger (60. Bastians), Ebert, Raffael, Lasogga. Trainer: Michael Skibbe Gladbach: ter Stegen, Jantschke, Brouwers, Dante, Daems, Nordtveit, Neustädter, Herrmann (70. de Camargo), Arango, Reus (116. Marx), Hanke (120.+1 Wendt). Trainer: Lucien Favre Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München) Zuschauer: 47.465 im Berliner Olympiastadion Tore: 0:1 (101.) Daems (Foulelfmeter), 0:2. (120.+2) Wendt Gelbe Karten: Ebert – Dante, de Camargo Rote Karten: Hubnik (Tätlichkeit)

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