Freitag, 18.05.2012 14:44 Uhr

Hertha unterlag dem Meister nur knapp.

Verfasser: Peter Müller Berlin, 18.02.2012, 21:17 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Müller Bericht 4654x gelesen

Berlin [ENA] Im 1000. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte kam ausgerechnet der Meister ins Olympiastadion und sollte die Punkte in Berlin lassen, weil die Hertha die Punkte dringend gegen den drohenden Abstieg benötigt. Nach der Trennung von den Trainern Markus Babbel und Michael Skibbe soll Hertha U-19 Trainer René Tretschok den Berliner Club in die Erfolgsspur bringen und das scheinbar Unmögliche wahr machen.

Mit Ante Covic hat Tretschok einen ehemaligen Hertha-Aktiven und U-15 Trainer des Vereins einen Assistenten an seiner Seite gestellt bekommen. Das Trainerduo soll aber nur eine Interimslösung sein und soll nur für das Spiel gegen Dortmund bestand haben, im Erfolgsfall vielleicht auch noch beim Auswärtsspiel beim Kontrahenten gegen den Bundesligaabstieg und Mitaufsteiger FC Augsburg. Der Nachfolger soll mit Trainerdino Otto Rehhagel bereits feststehen, der 73-jährige Europameister mit Griechenland soll dann den Abstieg aus der Bundesliga endgültig verhindern. Sein Vertrag soll nur bis zum Saisonende abgeschlossen werden.

Im restlos ausverkauften Olympiastadion war die bei der restlos enttäuschenden Leistung beim 0:5 in Stuttgart nicht wiederzuerkennen. Unter den über 74.000 Zuschauern war auch eine beträchtliche Anzahl an Dortmunder Fans, die den stimmgewaltigen Fans aus der Ostkurve, wo die Hertha Fans untergebracht sind, Paroli boten und an die Stimmung im Signal-Iduna-Stadion erinnerten. Auf dem schwer bespielbaren Geläuf des altehrwürdigen Berliner Olympiastadions fanden beide Mannschaften nur schwer ins Spiel, dennoch waren spielerische Vorteile der Dortmunder durchaus erkennbar.

Aber auch die Fortschritte nach den Trainingseinheiten unter dem Trainerduo Tretschok/Covic waren unverkennbar. Seit langer Zeit war eine veränderte Einstellung der Mannschaft sichtbar. Laufbereitschaft, Engagement, Motivation und Kampfbereitschaft waren spürbar und das machte den Unterschied zu den zuletzt sieglosen Spiele. Gegen den amtierenden Meister konnten Torchancen natürlich nicht ausgeschlossen werden, aber die gebeutelten Berliner hielten dagegen und profitierten auch vom Auslassen der Torchancen der Dortmunder, der guten Abwehrarbeit, dem Auslassen von Torchancen der Dortmunder und nicht zuletzt vom guten Torwart Thomas Kraft, dem aber im Laufe des Spiels auch einige Unsicherheiten zu bescheinigen sind.

So parierte er einen zwar unplatzierten Kopfball von Barrios gut und war auch gegen denselben Spieler Sieger im direkten Vergleich. Gegen den frei vor ihm auftauchenden Ex-Berliner Lukasz Piszczek rettete Kraft kurz vor der Pause der Berliner Torwart einen Gegentreffer mit höchstem Einsatz. Piszczek konnte konnte zur zweiten Halbzeit wegen einer Verletzung bei dieser Aktion nicht mehr weiterspielen, Patrick Owomoyela nahm seinen Platz als rechter Verteidiger ein. Sichtlich verbessert kehrten die Berliner zum zweiten Durchgang aufs Feld zurück und hatten durch Patrick Ebert nach Vorarbeit von Raffael zwei gute Torchancen, der Berliner zielte aber in beiden Situationen knapp am Tor vorbei.

Was in vielen Fällen eintrifft, hatte auch vor Hertha BSC nicht Stopp gemacht. Wer aus sinen Chancen keine Tore macht, der wird im Laufe des Spiels bestraft werden. Nach einer Flanke von „Kuba“ scheiterte Lewandowski zunächst an Kraft, der mit einer grandiosen Abwehr den Ball an die Querlatte lenkte, allerdings erzielte Kevin Großkreutz mit einem Fallrückzieher die Führung der Gäste. Die Hauptstädter drängten bis zum Schlusspfiff auf den wohl letztendlich verdient gewesenen Ausgleich, der jedoch nicht mehr gelang.

Auf diese Leistung können die Berliner durchaus auf den Klassenerhalt hoffen, so lange die Einstellung der Mannschaft bis zum Saisonende anhält. An der Feinjustierung kann ohne weiteres noch geschraubt werden, aber das wird Otto Rehhagel schon richten. Auf jeden Fall haben Tretschok/Covic gute Arbeit geleistet und werden dem neuen Cheftrainer unterstützend zur Seite stehen.

Hertha BSC gegen Borussia Dortmund 0:1 (0:0)

Hertha: Kraft, Janker, Hubnik, Mijatovic, Bastians (74. Ronny), Kobiashvili, Niemeyer, Ebert, Raffael, Ramos, Rukavytsya (63. Lasogga). Trainer: René Tretschok Dortmund: Weidenfeller, Piszczek (46. Owomoyela), Hummels (79. Santana), Subotic, Schmelzer, Sven Bender, Kehl, Blaszczykowski, Lewandowski, Großkreutz, Barrios (77. Leitner). Trainer: Jürgen Klopp Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb) Zuschauer: 74.244 (ausverkauft) im Berliner Olympiastadion Tore: 0:1 (66.) Großkreutz

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