Donnerstag, 23.02.2012 14:16 Uhr

Hertha holt gegen Hoffenheim einen Punkt.

Verfasser: Peter Müller Sinsheim, 17.12.2011, 20:24 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Müller Bericht 6102x gelesen

Sinsheim [ENA] Über dem Bundesligaspiel der Berliner Hertha in Sinsheim gegen Hoffenheim gibt es noch eine scheinbar wichtigere Sache im Raum, die das Umfeld der Berliner in höchstem Maße beschäftigt. Die vom Verein beabsichtigte Vertragsverlängerung mit Trainer Babbel blieb ohne Vollzug, denn der Trainer erbat sich eine Bedenkzeit bis zum Ende der Winterpause. Eine klare Positionierung blieb beiderseits leider aus.

Spekulationen wurden Tür und Tor geöffnet. Das wird auch nicht spurlos an der Mannschaft vorbei gegangen sein, wird sie beschäftigen und ihre Leistung davon beeinträchtigen. Der Verein ist schließlich vom Abstiegskampf nicht mehr weit entfernt, der vielleicht schon als abgehakt galt. Das Spiel, bei den ebenfalls im Mittelfeld der Tabelle angesiedelten Gastgebern, hätte wohl eher im Vordergrund stehen sollen.

Von daher darf man wohl gespannt sein, wie die Berliner sich in Sinsheim präsentieren, bei denen Franz und Kapitän Mijatovic zwei Abwehrstrategen wegen Verletzungen ausfallen. Die Berliner Fans erwiesen dem Verein erneut die Treue und traten mit 1.500 Fans die Reise zu den Hoffenheimern an. Die Gastgeber waren von Beginn an gegen die defensiv agierenden Gästen die spielbestimmende Mannschaft und kamen durch Firmino zur ersten ernsthaften Torgelegenheit, Herthas Torhüter Kraft konnte mit einer gekonnten Parade einen möglichen Rückstand verhindern.

Rukavytsya musste nach einem Zusammenprall mit Beck verletzungsbedingt die Segel streichen und wurde durch Torun ersetzt. Nach einem Querpass von Babel zu Salihovic, stellte der Ex-Herthaner seine Schussqualitäten unter Beweis und versenkte das Spielgerät im Tor der Berliner. Eine vollkommen verdiente Führung der Hausherren, denn die Gäste setzten ihr Hauptaugenmerk auf die Defensive.

Nach einer Tätlichkeit von Raffael an Salihovic sah der Brasilianer die Rote Karte und durfte vorzeitig duschen gehen, der gefoulte Bosnier wurde wegen seiner anschließenden Spielerei mit Gelb bestraft. In Unterzahl hatten die Gäste komischerweise besser ins Spiel gefunden, besonders über die rechte Seite über Lell und Ebert kamen offensive Aktionen, jedoch ohne Torgefährlichkeit für die Gastgeber zu verursachen. In der Pause gab es es bei beiden Mannschaften keine personellen Veränderungen und hatten durch Torun nach zehn Minuten im zweiten Durchgang ihre erste zaghafte Torchance.

Der Hoffenheimer Trainer Stanislawski war mit der Leistung seiner Mannschaft offensichtlich unzufrieden und nahm nach einer Stunde einen Doppelwechsel vor, für Mlapa kam Vukcevic und für Babel war Musona im Spiel. Keine drei Minuten später waren beide Mannschaften nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz, weil Vorsah gegen Ramos als letzter Mann die Notbremse zog und wie Raffael vorzeitig den Platz verlassen durfte.

Für die Berliner Gäste stiegen die Chancen zum Ausgleich zu kommen und Hoffenheims Kapitän Beck, der dabei hilfreich agieren wollte – sein Rückpass zu seinem Torwart Starke hätte fast den Weg ins eigene Tor gefunden. Starke konnte den Ball noch vor der Torlinie erreichen. In der 81. Minute ließ der Brasilianer Ronny noch einen Distanzschuss gucken und traf den Torpfosten an der Innenseite und von dort sprang der Ball ins Feld zurück. Im Anschluss an diese Aktion musste Herthas Torwart Kraft mit letztem Einsatz gegen Ibisevic die endgültige Entscheidung verhindern und tat das mit Bravour.

Danach setzten die Berliner endgültig auf Offensive und brachten mit Lasogga für den defensiven Mittelfeldspieler Lustenberger eine zweite Sturmspitze. In der Nachspielzeit wurden die Bemühungen der Gäste noch belohnt, als über Ronny und Ramos der Ball zu Hubnik gelangte und der Tscheche beförderte den Ball zum Ausgleich über die Torlinie. Die Berliner haben zwar wieder nicht gewonnen, aber einen gefühlten Dreier eingefahren, obwohl es „nur“ ein Punkt geworden ist. Die Mannschaft hat sich jedenfalls nicht hängen lassen, haben bis zum Ende gekämpft und einen verdienten Auswärtspunkt eingefahren. Am Mittwoch steht nun noch das Pokalspiel gegen Kaiserslautern an, wo auch der Kampf im Vordergrund stehen wird.

TSG Hoffenheim gegen Hertha BSC 1:1 (1:0) / Hoffenheim: Starke, Beck, Vorsah, Vestergaard, Johnson, Rudy, Mlapa (60.Vukcevic), Firmino, Salihovic (66. Williams), Babel, (60. Musona), Ibisevic. Trainer: Holger Stanislawski / Hertha: Kraft, Lell (74. Ronny), Hubnik, Janker, Kobiashvili, Lustenberger (84. Lasogga), Ottl, Ebert, Raffael, Rukavytsya (16. Torun), Ramos. Trainer: Markus Babbel / Schiedsrichter: Peter Sippel (München) / Zuschauer: 28.550 in Sinsheim in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena / Tore: 1:0 (21.) Salihovic – 1:1 (90.+1) Hubnik / Gelbe Karten: Salihovic (31.), Rudy (90.+1) Beck (35.) / Rote Karten: Vorsah (63.) – Raffael (31.)

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