Dienstag, 13.11.2018 06:05 Uhr

Staatsbesuch des Türkischen Präsidenten Erdogan

Verantwortlicher Autor: Hermann Donnik Köln, 21.10.2018, 23:12 Uhr
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Köln [ENA] Türkische Sicherheitskräfte haben beim Besuch ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Samstag in Köln kurzzeitig ohne Rücksprache mit der deutschen Polizei selbst Maßnahmen ergriffen. Die Türken hätten eine Straße unweit der Kölner Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld mit rot-weißem Flatterband teilweise abgesperrt, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag in Köln. "Wir haben sie auf die Rechtslage hingewiesen.

Die Medien hatten berichtet, dass die türkischen Sicherheitsleute Erdogan-Kritiker auf der Straße bedrängt und eingeschüchtert hatten - erst nach 90 Minuten hätten deutsche Polizisten die Kontrolle übernommen. Die Polizeisprecherin sagte, hierzu habe sie keine Erkenntnisse. Bisher lägen keine Anzeigen zu etwaigen Bedrohungen vor. Sollten solche Anzeigen doch noch kommen, würden selbstverständlich Ermittlungen aufgenommen. Es kam an der Inneren Kanalstraße auch zu einem kleinen Zwischenfall mit einem Erdogan-Gegner. Der deutsch-türkische Profiboxer Ünsal Arik, der Erdogan zuletzt häufiger öffentlich kritisierte, war aufgetaucht und von den Anhängern des Präsidenten heftig beschimpft worden.

Auf der Venloer Straße in Köln nahe der Moschee warten unterdessen zahlreiche Anhänger auf den türkischen Präsidenten. Viele schwenken Türkei-Flaggen, sie rufen seinen Namen, fiebern dem Moment der Ankunft entgegen. Sie trennen rund 300 Meter von Absperrgitter bis zur Moschee. Dazwischen stehen Pressevertreter, auch vieler türkischer Medien. Die Kundgebung auf dem Ebertplatz, ca.10 Automin. von der Moschee bei der auch Vertreter der Alevitischen Union Europa aus dem Ausland gesprochen haben, geht frühzeitig zu Ende. Die Türkei sei eigentlich ein „Vielvölkerstaat“, sagt eine Teilnehmerin, aber Erdogan verfolge stur die Linie: „Eine Flagge, eine Sprache, eine Religion.“ Die Veranstalter haben sich wohl teilweise mehr Teilnehmer erhofft.

Eigentlich hatte die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Reker im Rahmen der Moschee-Eröffnung eine Rede halten wollen. Sie sagte aber ihre Teilnahme zuvor ab. Die Ditib habe sie tagelang über ihre Rolle im Unklaren gelassen. Die Stadt Köln sagte eine Außenveranstaltung vor der Moschee ab, zu der bis zu 25.000 Menschen erwartet wurden. Die Ditib habe kein ausreichendes Sicherheitskonzept vorgelegt, so Reker. Dem Moschee-Neubau steht die dennoch positiv gegenüber. "Als Oberbürgermeisterin dieser Stadt bin ich stolz auf das großartige Gebäude der Zentralmoschee", sagte Reker. "Ich wünsche mir sehr, dass sie in Zukunft das Wahrzeichen für den Dialog zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten und Kulturen wird."

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