Mittwoch, 21.08.2019 11:38 Uhr

Synagogentournee Abschluss in München und Ichenhausen

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens München, 13.07.2019, 20:05 Uhr
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Jewish Chamber Orchestra Munich
Jewish Chamber Orchestra Munich  Bild: jcom.de

München [ENA] Das Jewish Chamber Orchestra Munich feierte im Mai 2019 den 100. Geburtstag des Komponisten Mieczyslaw Weinberg mit einem umfangreichen Festivalprogramm. Dazu resümierte auch Daniel Grossmann, Dirigent und künstlerischer Leiter des Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM):

“Wir hoffen, dass das Festival dazu beigetragen hat, die Begeisterung für das facettenreiche Werk Weinbergs zu entfachen, um seine Kompositionen in Zukunft häufiger im Konzert erleben zu können.” Freunde des JCOMs können sich dabei bereits auf die nächste Spielzeit des Orchesters freuen. Die Saison schließt mit dem 2. Teil der Synagogentournee. Bereits in München fand das Konzert eine große Resonanz.

Synagogentournee-Abschluss nach München in Ichenhausen

Ein weiteres und letztes steht im Rahmen der Synagogentournee in Ichenhausen am 14. Juli 2019, um 19.00 Uhr in der Synagoge Ichenhausen, an. Im Programm in Ichenhausen werden 14 Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit von Gustav Mahler 1860-1911 aufgeführt. Nach dem im Frühjahr 2019 der erste Teil der Synagogentournee in Ansbach, Hainsfarth und vielen weiteren Orten zu sehen war, kommt die Tournee mit einem Konzert in München der Synagoge in Ichenhausen zum Abschluss.

Zahlreiche Synagogen in Bayern und Baden-Württemberg

In Bayern und Baden-Württemberg gibt es zahlreiche Synagogen, die den 2. Weltkrieg überstanden haben. Sie dienen heute als Kulturraum. Mit der Synagogentournee bringt das Orchester jüdische Kultur dorthin zurück, wo sie im Holocaust vernichtet wurde und macht sie so an historischen Orten wieder erlebbar. Zu diesen Orten zählt auch Ichenhausen. Dort ist erstmals 1541 eine jüdische Gemeinde belegt. Im 19. Jahrhundert stellte sie nach Fürth die zweitgrößte Gemeinde Bayerns. Im Zentrum der Synagogentournee steht der wohl berühmteste “jüdische Katholik” – Gustav Mahler.

Konzert mit Mahlers Liedkompositionen

In einem Brief an seinen Freund, den Archäologen Friedrich Löhr, schrieb er 1894/95: “Mein Judentum verwehrt mir, wie die Sachen jetzt in der Welt stehen, den Eintritt in jedes Hoftheater. Nicht Wien, nicht Berlin, nicht Dresden, nicht München steht mir offen. Überall bläst der gleiche Wind.” Am 23. Februar 1897 konvertierte Mahler zum Katholizismus. Das Konzert läßt nicht nur Mahlers Liedkompositionen erklingen.

Eine kurze Einführung zu Beginn von Daniel Grossmann und eingesprochene Texte zwischen den Liedern thematisieren Gustav Mahlers Beziehung zum Judentum sowie seine nicht ganz freiwillige Abkehr von der Religion seiner Vorfahren.

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