Dienstag, 25.09.2018 22:58 Uhr

Deutsche Kabelnetze zurück zur Monopolisierung

Verantwortlicher Autor: Marc Störmer Frankfurt am Main, 23.05.2018, 17:19 Uhr
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Frankfurt am Main [ENA] Die Übernahme von KabelBW durch Unitymedia 2011 hat für einen Aufschrei in der Kabelnetzbranche geführt. Tatsächlich standen die Kartellbehörden kurz davor, eine Rückabwicklung der Übernahme zu veranlassen. Das hätte das Unternehmen Milliarden gekostet. Prompt übernimmt Vodafone 2015 die KDG, der nächste große Zusammenschluss, der im Ausmaß jedoch deutlich kleiner war und nicht so anrüchig wie Unitymedia / KabelBW.

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen, dass Vodafone zunächst die KDG geschluckt hat und nun Unitymedia, die zuvor schon KabelBW übernahm, lässt sich wohl kaum noch von gesunder Entwicklung sprechen. Die einstigen Pläne der Aufteilung der Kabelnetze um eine gesunde Konkurrenz zu schaffen und dem Verbraucher die Macht der Wahl seines Anbieters in die Hand zu geben, scheinen zu scheitern. Kein Wunder, dass sich die Telekom hintergangen fühlt, denn am Ende muss sie tatenlos zusehen, wie die einstige Teilung der Kabelnetze nun wieder monopolisiert wird - ohne Telekom. Für den Verbraucher und Endkunden bedeutet dies auf Kurz oder Lang weiter steigende Kosten für HighSpeed Internet.

Die Entwicklung der letzten Jahre hat es deutlich gemacht. Schluss mit günstigen Lockangeboten um der Konkurrenz die Kunden abzujagen. Konkurrenz gibt es kaum noch. Tendenziell steigen die Kosten für Internet jährlich. Verpackt wird das Ganze mit schnellerem Internet. Was auch stimmt, dem Verbraucher allerdings nicht viel bringt. Mit mäßiger Geschwindigkeit, die derzeit fast Flächendeckend in Deutschland verfügbar ist, kann der Endverbraucher alle Belange abdecken. Auf Kosten der privaten Nutzer werden die Netze ausgebaut, damit die Businesskunden im letzten Winkel der Republik schnelles Internet haben. Plötzlich scheint das Kartellamt eine gute Entwicklung zu sehen.

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